„Es ist nie zu spät“ von Manuel Schweizer

DVD-Rezension von Helene Walterskirchen:
Es ist nie zu spät von Manuel Schweizer


Neben dem Film „Falten“ von Silvia Häselbarth, der sich ebenfalls mit dem Thema „positiv Älterwerden“ befasst, jedoch aus der Sicht einer weiblichen Regisseurin, ist der Film „Aktiv ins Alter“ bzw. „Es ist nie zu spät “ von Manuel Schweizer die männliche Variante. Wo es beim einen eher um Lebensphilosophie, Lebensfreude, Soziales, Hobbies und Kreativität geht, steht beim anderen die Aktivität in Form von Bewegung, sportlichen Aktivitäten und Leistungen, sportlichen Hobbies und körperlicher Fitness im Mittelpunkt.

Der Film zeigt die Träume von älteren und alten Menschen im Sinne ihrer körperlichen Fitness und Leistungsfähigkeit, die sie vorantreibt, sich körperlich zu fordern, auch im Alter noch neue Wege zu gehen, und nicht zu rasten und zu rosten. Er zeigt jedoch auch, dass Träume und ein Geist, der darauf programmiert ist, selbst im Alter einen „Beachbody“ aufzubauen, nicht genügen, um Alterserscheinungen aufzuhalten und umzukehren oder gar dem Tod von der Schippe zu springen.

Manuel Schweizer macht mit seinem Film bewusst, dass für jene Menschen, die dem Sport und der Bewegung zugeneigt sind, sportliche Aktivitäten eine wichtige Art von Lebensqualität darstellen. Was für den einen die Kunst oder Kreativität ist, ist für den anderen das Fitnesstraining und die Teilnahme an sportlichen Disziplinen. Die einen fühlen sich glücklich durch Malen, Tanzen oder Handwerkern, die anderen fühlen sich glücklich durch Paragliding, Rennradfahren oder Sprinten. Wie das Alter bei jedem Menschen ausschaut und ihn bis zum letzten Atemzug erfreut, liegt an jedem selbst, an seinen Interessen, Bedürfnissen und Neigungen.

Manuel Schweizers Film ist primär auf jene zugeschnitten, die schon immer, oder zumindest viele Jahre lang, Bewegungstypen und Freizeit- oder Leistungssportler waren. Für sie ist „Leben“ gleichbedeutend mit körperlicher Bewegung, Dynamik, Herausforderung, Leistungsfähigkeit – auch wenn der Körper dabei so manches Mal muckt. Die Zuschauer können sich hier vom Protagonisten Fredy, der verschmitzt in die Welt schaut und dabei akrobatische Übungen vollbringt, die der Kondition eines jungen Menschen entsprechen, eine Scheibe abschneiden. Er ist mit 59 Jahren zwar der jüngste der Protagonisten, jedoch auch der am besten trainierte, der dem Titel des Films absolut gerecht wird: „Es ist nie zu spät“. Auch der 70-jährige Protagonist Peter zollt dem Zuschauer Respekt ab: Mutig springt er von hohen Brücken oder Felswänden hinab ins Wasser und ebenso mutig hat er vor einigen Jahren das Paragliding gelernt, das er seitdem betreibt und mit dem er so manche Fehllandung erlebt hat, über die er sich selbst amüsiert. Es scheint so, als lache er dem Älterwerden entgegen nach dem Motto: „Komm nur her, ich habe vor dir keine Angst!“

Auch wenn der 97-jährige Protagonist Charles seine Vision vom Sprint-Weltrekord und vom „Beach-Body“ nicht realisieren konnte – er starb vor kurzem an Herzversagen -, so hinterlässt er dennoch allen Menschen sein Vermächtnis, das lautet: „Man kann in jedem Alter seinen Körper umbauen“ und „man kann in jedem Alter etwas Neues lernen!“ Charles hat es vorgemacht und durchgehalten bis zum letzten Atemzug.

Und was gibt es Schöneres, als aktiv zu sein, Spaß und Ziele zu haben, bis zum absoluten Ende, anstatt ein tristes, monotones, freudloses Dasein zu fristen und bereits vor dem Tod wie tot zu sein. Alle Protagonisten im Film zeigen, wie sehr sie im Leben stehen und ihr Leben genießen, ob mit 59, 70, 80, 86, 97 oder 102.

Danke, Manuel, für diesen Film!

 

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