Im Trend: Ökologische Druckkultur

von Helene Walterskirchen
Im Trend: Ökologische Druckkultur

Andreas Uhl zeigt der Autorin die Druckfarbenbehälter auf der großen Druckmaschine

In meinem Beruf als Autorin, Publizistin, Herausgeberin und Kultur-Mentorin stellt die Druckerei das Ende der Produktionskette dar, in die ich eingebunden bin: von der Idee über das Schreiben des Manuskriptes hin zum Lektorat, dann weiter zum Layout und abschließend geht das Ganze dann in den Druck, damit die Menschen meine Bücher, Kultur-Magazine oder Flyer lesen können. Früher war ich nur Autorin, seit einigen Jahren jedoch bin ich auch Publizistin und Herausgeberin unter dem Label „Adma-Publications“ und habe, neben zwei Büchern („Friedensritter“ im Jahr 2013 und „Im Mega-Spiel des Universums“ im Jahr 2016) auch, seit 2014, sechs Sammel-Editionen „Kultur-Magazin Schloss Rudolfshausen“ herausgegeben.

Um das zu publizieren, was man als Autorin schreibt, braucht man eine gute Druckerei, die nicht zu weit entfernt sein sollte, damit man auch einmal, wenn es notwendig ist, persönlich hinfahren kann, um etwas zu besprechen oder abzuholen – eine Druckerei, die im Einklang ist mit der eigenen Philosophie.

Ich bin vor einigen Jahren auf Öko-Druck umgestiegen, da ich den konventionellen Druck nicht mehr mit meinem persönlichen Umwelt-Gewissen verantworten konnte. Verschiedene Artikel und Fernsehsendungen, unter anderem die ARD-Sendung „Planet Wissen“ aus dem Jahr 2014 verstärkten meine Haltung. In dieser Sendung wurde das ganze Ausmaß der Umweltzerstörung auf den Punkt gebracht: „Im Laufe der vergangenen Jahrhunderte hat der Mensch Teile der Natur unwiederbringlich zerstört. Inzwischen sind nicht nur viele Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht. Das ganze Ökosystem Erde ist gefährdet. Und obwohl die erste internationale Konferenz für Naturschutz schon 1913 in Bern stattfand, hat sich der Zustand der Umwelt global weiter verschlechtert.“ Zu den Umweltzerstörern, so erfuhr man, gehörten nicht nur Autos, Flugzeuge und Landwirtschaft und Industrie, sondern auch die gesamte konventionelle Druckwirtschaft mit ihren vielen giftigen, chemischen Materialien, die nicht nur die Gesundheit von Menschen, sondern auch die Papiere unwiderruflich zerstören, da letztere beispielsweise nicht mehr recycelt werden können. Und wo Papiere zerstört werden, werden auch immer Bäume zerstört, denn die Grundlage für all unser Papier ist in der Regel der Wald.

Und hier müssen wir uns alle fragen: Wie viel Papier wird durch das Drucken verwendet und von uns als Verbraucher verschwendet? Da sind auf der einen Seite die Bücher, Tageszeitungen und Magazine, und auf der anderen Seite ist all das, was in den Bereich „Werbung“ fällt, die uns tagtäglich, zumeist unaufgefordert, ins Haus flattert, und die wir in der Regel unverzüglich in den Müll werfen. Hierbei stellt sich noch die Frage: In welchen Müll? Denn sehr oft ist es kein Papiermüll, sondern Restmüll, oder ist manches womöglich sogar Sondermüll? Dies wirft die Frage auf: Ist Papier in Form von gedrucktem Papier in unserer heutigen Gesellschaft zu einem Wegwerfprodukt geworden? Es gab einmal eine Zeit, da war ein handgeschöpfter Bogen Papier etwas Wertvolles und ein handgesetztes und -bedrucktes Buch eine Kostbarkeit!

Haben die meisten Menschen von heute das verloren, was man Wertebewusstsein nennt? Liegt die Ursache darin womöglich in dem Begriff „billig“, dem so viele heute folgen und der sie ständig auf der Jagd danach sein lässt, das zu ergattern, was billig ist. Hat das auch vor dem Bereich „Druck“ nicht Halt gemacht? Muss auch da immer alles billiger sein: die Druckkosten, das Papier, die Farben, die Maschinen? Wir müssen der Tatsache ins Auge blicken, dass wir den Begriff „Wertigkeit“ für das, was wir als „billig“ bezeichnen, geopfert haben. Aber wo wir einen (vermeintlichen) Gewinn haben, haben wir auch immer einen Verlust: es geht weiter das vor die Hunde, was wir „Umwelt“ und „ökologisches Gleichgewicht“ nennen und beides hat Auswirkungen auf dem Menschen, auf seine Gesundheit, seine Zufriedenheit, seine Lebensqualität.

Jeder vernünftige und intelligente Mensch erkennt daraus, dass er etwas ändern muss – an seinem Umweltverhalten und insbesondere an seinem „Druck-Verhalten“. Der Schritt zum ökologischen Druck ist nur die logische Konsequenz daraus – für den Verbraucher ebenso wie für die Druckerei.

So wie ich mich als Verbraucher vor einigen Jahren vom giftigen und umweltschädigenden Drucken abgewendet habe, haben sich auch einige Druckereien davon abgewendet und einen neuen Druckbereich ins Leben gerufen: den Öko-Druck. Die Öko-Druckereien haben es sich auf die Fahne geschrieben, möglichst umwelt- und ressourcenschonend zu drucken.

Auf der Suche nach einer Öko-Druckerei, die mit meiner hochwertigen Kultur-Philosophie konform ging, und mir beim Druck meines nächsten „Kultur-Magazin Schloss Rudolfshausen“, Ausgabe II/2017, auch einen fairen Preis anbieten konnte, stieß ich im Sommer 2017 auf die Druckerei Uhl-Media in Bad Grönenbach zwischen Memmingen und Kempten. Und so fuhr ich bald darauf in den kleinen, beschaulichen Kurort im Allgäu, um die Druckerei und ihren Geschäftsführer, Andreas Uhl, kennen zu lernen.

Andreas Uhl, gelernter Offsetdrucker, ist seit über 10 Jahren Geschäftsführer des von seinen Eltern gegründeten Druckereibetriebes. Die Druckerei Uhl-Media befindet sich heute noch im selben Gebäude wie bei der Gründung, auch wenn zwischenzeitlich jeder verfügbare freie Quadratmeter Grund um das Gebäude dazu verwendet wurde, anzubauen und auszubauen. So würde man es der Druckerei beim Heranfahren gar nicht ansehen, welch stattliche Größe sich dahinter verbirgt: ein sehr funktionstüchtiger und zeitgemäßer Betrieb mit einem umfassenden Maschinenpark an Druck- und Weiterverarbeitungsmaschinen, kompletter Druckvorstufe, dazu 20 Mitarbeiter, teils Vollzeit, teils Teilzeit. Ein motiviertes Team um Andreas Uhl, der auf Teamwork setzt, anstatt den großen Chef zu spielen.

Andreas Uhl berichtete aus der Entwicklung der elterlichen Druckerei: „Unsere Druckerei war schon zu Zeiten meiner Eltern ökologisch ausgerichtet, obwohl es damals noch keine Öko-Druckereien wie heute gab. Wir hatten schon immer Kunden, die den ökologischen Gedanken geschätzt haben, und meine Eltern haben daher ihre Druckerei in diesem Sinne ausgerichtet. So haben sie z.B. schonende Mittel und Ökofarben verwendet, auch damit wir Kinder, die wir oft in der Druckerei herumgetollt sind, keinen gesundheitsschädigenden Substanzen ausgesetzt waren. Als ich Geschäftsführer wurde, habe ich ganz auf Öko-Druck umgestellt und unsere Öko-Druckerei auch zu einer Online-Öko-Druckerei erweitert. Die ersten Jahre lief es relativ mäßig. Aber als es in der Öffentlichkeit zu einem immer größeren Interesse an Ökologie kam, hat sich das verändert und verbessert. Wir bekamen Kunden aus ganz Deutschland, die bei uns ökologisch drucken lassen wollten, darunter auch die Partei „die Grünen“ aus Berlin. Seit etwa fünf Jahren sind wir eine erfolgreiche Öko-Druckerei.“

Auf die Frage, ob er stolz sei auf das Wachstum, das er mit seiner Druckerei in den letzten Jahren erlebt hätte, antwortete Andreas Uhl bescheiden und dennoch nicht im Sinne eines Understatement: „Das ist meinen Eltern gutzuschreiben, die ja die Druckerei gegründet und aufgebaut haben. Ich habe sie nur von ihnen übernommen und führe sie in ihrem Sinne weiter.“

Der Öko-Gedanke und die entsprechende Umsetzung in seiner Druckerei beschäftigt Andreas Uhl schon seit Jahren. In einem Artikel der Zeitschrift „Paparazzo – Mit Leidenschaft für Papier“, Ausgabe 04.2013, mit dem Titel „Eco-Print – Hier ist weniger mehr“, in dem es um Andreas Uhl und seine Druckerei geht: „… Seit Jahren arbeitet er in seinem Betrieb daran, die Produktion so zu optimieren, dass möglichst wenige Abfälle und Emissionen entstehen. Das beginnt bereits in der Druckvorstufe. Dort werden inzwischen ausschließlich so genannte prozessfreie Druckplatten verwendet. Sie werden mit einem Laser belichtet und müssen anschließend nicht weiter entwickelt und fixiert werden. Sie benötigen zudem weder Wasser noch Gummierung. Die sonst dafür notwendigen Chemikalien samt Entsorgung konnte Uhl auf diese Weise komplett aus dem Betrieb verbannen. …“

Was mir beim Rundgang durch die Druckerei auffiel, war ein angenehmer und nicht – wie es oft in anderen Druckereien der Fall war – ein beißender, scharfer, chemischer Geruch. Andreas Uhl klärte mich darüber auf, dass in konventionellen Druckereien Alkohol verwendet wird, er jedoch in seiner Druckerei auf Alkohol verzichtet. Das sei jedoch erst dadurch möglich geworden, dass er lange und viel probiert hat, ehe es funktioniert hat.

Ein wichtiger Baustein in der Uhl-Media ist die Verwendung von mineralölfreien Farben. Druckfarben ohne Mineralöle sind weder giftig, noch kanzerogen, noch mutagen und damit nicht gesundheitsgefährdend, insbesondere im Hinblick auf Druckfarben bezogene Berufskrankheiten. Ein weiterer Vorteil von mineralölfreien Farben ist, dass Mineralöl-Spuren nicht von Verpackungskartons in Lebensmittel übergehen und zu unerwünschten gesundheitlichen Belastungen führen.

Auch die energieintensive Infrarot-Trocknung der Druckmaschine war Andreas Uhl ein Dorn im Auge. Er hat sie eines Tages einfach abgeschaltet. Und siehe da: die Farben trockneten auch so rasch und brauchten nicht mehr Puder. Dass die Drucke sogar kratzfester waren, weil sie ohne Alkohol/Lösemittel hergestellt wurden, war eine nicht unwesentliche Begleiterscheinung. Die Abwärme aus seiner Druckmaschine fließt zum Heizen ins Gebäude.

Was erwarte ich als Kunde von einer Öko-Druckerei? Andreas Uhl hat für seine potentiellen Kunden vorausgedacht und sieben Punkte ermittelt, die, wie er glaubt, eine Kunde von ihm erwartet: 1. Günstige Preise, 2. Druckqualität, 3. Termintreue, 4. Persönlichen Service und gute Beratung, 5. Nachhaltigkeit, 6. 24-Stunden Verfügbarkeit, 7. Alles aus einer Hand. Alles kann er gewährleisten.

Im Bereich 5 „Nachhaltigkeit“ heißt es in der Broschüre: „Wir sind eine ökologisch ausgerichtete Druckerei mit hohem Qualitätsanspruch. Tagtäglich beweisen wir, dass optimale Ressourcenschonung und hohe Qualitätsansprüche vereinbar sind. Wir wurden für unser Engagement im Umweltbereich mehrfach ausgezeichnet und zählen zu den umweltfreundlichsten Druckereien Deutschlands!“

Uhl-Media GmbH
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