KAHLA Blau Saks – traditionsreiches Geschirr in Weiß-Blau

von Helene Walterskirchen

 

Kaffeepause im historischen Ambiente von Schloss Rudolfshausen mit Geschirr der Serie KAHLA Blau Saks

 

Farben sind nicht nur Farben, sondern drücken etwas aus. Die Farbe weiß-blau bzw. weiß-dunkelblau drückt für mich Eleganz aus. Eine weiße Hose mit einem dunkelblauen Pullover oder Blazer kombiniert wirkt auf mich klassisch-elegant, dezent und Ladylike bzw. Gentlemanlike. Weiß-Blau das hat Stil, Geschmack und eine gehobene Note. Weiß-Blau ergibt mit den entsprechenden Rahmenbedingungen eine edle und doch dezente Note.

Weiß-Blau bedeutet Tradition und wir Menschen definieren uns durch unsere Traditionen, die sich wie ein starkes Band durch unsere Ahnengeschichte bis zu unserer heutigen Lebensgeschichte ziehen. Ein weiß-blaues Geschirr, das hat schon unsere Ur-Großmutter gehabt, und auch wir heute, 150 oder 200 Jahre später haben ein solches Geschirr in unserem Schrank. Oft führen wir nur fort, was unsere Ahnen bereits vor langer Zeit gelebt haben. Unser sogenannter „moderner Lifestyle“ ist durchwoben von traditionellen Mustern, dazu gehört auch das, was man Tischkultur nennt.

Es mag sein, dass man sich im jungen Erwachsenenalter gerne Alltagsgeschirr mit modernem Design kauft, das auch billig sein darf, weil man in diesem Alter zumeist wenig Geld hat. Wenn man sich jedoch sein „Lebens-Tafelgeschirr“ kauft, das ein komplettes Service ist und dazu dient, nicht nur die liebe Familie, sondern auch Gäste zu bewirten, das zudem etwas her machen oder gediegen wirken soll, wird man andere Kriterien an dieses Geschirr stellen. Man wird sich die Frage stellen: Was soll mein Geschirr ausdrücken? Einen Wert? Einen gesellschaftlichen Status? Eine klassische oder elegante Note? Oder soll es einfach nur zweckmäßig sein?

Die Hausfrau, die ein hochwertiges, klassisches, einheitliches und traditionelles Service im Schrank hat und damit eine Tafel, z.B. zum Geburtstag oder zu einem Festtag, eindeckt, zeigt mit dem Geschirr ihren Gästen auch ihren Charakter und das, was ihr im Leben wichtig ist, z.B. Werte, Familientraditionen, Tischkultur usw. Mit einem knalligen und bunten Geschirr, das bunt zusammengewürfelt ist, das keinen einheitlichen Stil hat, zeigt die Hausfrau einen anderen Charakter, als wenn sie ein klassisches Service in traditionellem Weiß-Blau verwendet.

Ein gutes „Familien-Tafelgeschirr“, das man sich meistens dann zulegt, wenn man heiratet oder wenn ausreichend Finanzen vorhanden sind, ist eine gänzlich andere Sache als das Geschirr, das man kauft, wenn man junger Single ist. Familiengeschirr ist ausgerichtet aufs Leben, auf die Bewirtung anlässlich eines Familienfestes, auf den gesellschaftlichen Status, den man durch das Geschirr nach draußen vermittelt. Ein Mensch von der Sorte Hippie wird sich vermutlich nie ein traditionelles Weiß-Blau-Geschirr zu legen, da ihm dieses viel zu spießig ist. Ein Mensch hingegen, der in den Traditionen sehr verhaftet ist, wird vermutlich dem Weiß-Blau-Geschirr sehr zugeneigt sein, da es seinem Charakter entspricht.

Wir in Schloss Rudolfshausen haben drei Geschirr-Service: eines für unseren privaten Lebensbereich, eines für unseren Gästebereich (gute und liebe Gäste) und eines für unseren Besucherbereich (z.B. Geschäftskunden). Daneben haben wir noch – für private Zwecke – ein eigenes Schloss-Geschirr mit unserem Schlosslogo, das wir uns von einer Töpferei haben anfertigen lassen.

Vor rund 10 Jahren Jahren haben wir unser Geschirr für den Gästebereich auf traditionelles Blau Saks umgestellt, das im Porzellanwerk KAHLA aus Thüringen produziert wird. Teile des Porzellans waren schon vorher unser Reisegeschirr, das wir mit auf unsere Autoreisen nahmen, damit wir in Ferienhäusern unser eigenes weiß-blaues Geschirr hatten, denn das meiste Tafelgeschirr in Feriendomizilen empfanden wir als Zumutung.

Das klassische Unterglasdekor Blau Saks – zu deutsch Blauer Sachse –, dessen Strohblumenmuster 1740 von der Porzellanmanufaktur Meißen nach Vorbildern von Porzellan aus China und Japan erfunden wurde, und auch bald von anderen Thüringer Porzellanmanufakturen übernommen wurde, ist unter vielen andere Namen bekannt, z.B. Indisch Blau, Strohblume, Bürgerliches Zwiebelmuster, Blau-Weiß, Berliner Blaumodell oder Friesisch Blau.

Die schwierigen Blaudekore waren von Anfang an die höchste Kunst der europäischen Fayence-Tradition. Sie entwickelten sich nach dem chinesischem Vorbild der Blau-Weiß-Periode schon kurz nach der Neuentdeckung des Porzellans zu einer eigenen Kunstform. Die ersten Manufakturen waren nicht zu Unrecht stolz auf die Leistung, ein Unterglasdekor herzustellen, das mit seinem leuchtenden Kobaltblau an die großen Werke aus der Ming-Dynastie, der größte Blütezeit des chinesischen Kaiserporzellans, erinnerte.

Blau Saks nimmt auch heute in der Porzellanmanufaktur KAHLA eine besondere Stellung ein. Es ist nicht nur das älteste und bekannteste durchgehend produzierte Dekor der traditionsreichen Marke. Es ist auch ihr aufwändigstes und schwierigstes. Die verbindenden Ranken werden von Hand gezogen. Damit ist jedes Teil eines Service bis heute ein Einzelstück und besitzt durch seine feinen, kaum erkennbaren Eigenheiten eine schöne, lebendige Ausstrahlung.

So wie Blau Saks seit 1740 eine Porzellan-Erfolgsgeschichte hinter sich hat, hat auch das Porzellanwerk KAHLA eine Erfolgsgeschichte hinter sich, denn das VEB Porzellankombinat KAHLA mit tausenden von Beschäftigten erlebte mit der Wiedervereinigung der BRD Deutschland und Ostdeutschland einen wirtschaftlichen Zusammenbruch und stand vor dem Aus. Im Jahr 1994 jedoch kam neue Hoffnung auf, als der ehemalige Rosenthal-Vorstand Günther Raithel die „KAHLA Thüringen Porzellan GmbH“ übernahm und dem Unternehmen neues Leben einhauchte. Es folgte eine beispielhafte Erfolgsgeschichte, die auf einem cleveren und der Zeit angepassten Unternehmensmodell von Günther Raithel beruhte: Er wollte ein designorientiertes Unternehmen und Trendsetter werden. Beides gelang ihm und brachte ihm viele internationale Design-Preise ein. Heute ist es sein Sohn Holger, der die Erfolgsgeschichte des Porzellanunternehmens weiterführt. Er bezieht dabei umweltgerechte Produktion, nachhaltiges Wirtschaften und ein soziales Arbeitsumfeld als zentrale Ziele mit ein. Mit dem „Pro Öko-Siegel“ garantiert KAHLA, dass es zu 100 Prozent auf nachhaltige Produktion in Deutschland setzt.

Das Blau Saks, das in traditioneller Form weiterhin in der Porzellanmanufaktur KAHLA produziert wird, ist Zeichen dafür, dass in all dem modernen KAHLA-Unternehmens-Streaming auch die Tradition weiterlebt und beide in einer fruchtbaren Symbiose nebeneinander bzw. miteinander existieren. Und darin unterscheidet sich der Mensch nicht vom Geschirr, denn auch er vereinigt beides in sich: ein modernes Streaming in Verbindung mit traditionellem Bewusstsein, das ihn durch sein Leben leitet, auch bei der Wahl seines Geschirrs.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

KAHLA/Thüringen Porzellan GmbH

Christian-Eckardt-Straße 38
07768 KAHLA

Tel:+49 (0) 36424 – 79 200
Fax:+49 (0) 36424 – 79 201

E-Mail: contact-kahla@kahlaporzellan.com
www.kahlaporzellan.com