The Green Lie von Werner Boote

Film-Rezension von Helene Walterskirchen:
The Green Lie von Werner Boote


Der Regisseur des Films, Werner Boote, hat sich einen Namen als Dokumentarfilmer zeitkritischer Themen gemacht, wie z.B. Plastic Planet (2009), Population Boom (2013), Alles unter Kontrolle (2015).

In seinem neuen Dokumentarfilm „The Green Lie“ befasst er sich mit dem aktuellen Thema „Greenwashing“, einer Methode, in der „böse Buben-Konzerne“ ihr „böses Buben-Verhalten“ versuchen „weiß zu waschen“ oder, um es dem Film entsprechend anzupassen, „grün zu waschen“, und sich so eine weiße Weste bzw. grüne Weste zuzulegen nach dem Motto, „wir tun so viel in Sachen Ökologie und Nachhaltigkeit; wir sind nicht die Bösen, sondern die Guten.“

Fast könnte man es glauben, wenn da nicht Werner Boote und seine Filmpartnerin, die Journalistin Kathrin Hartmann, wären, die in diesem Film die Lügner entlarven und den „bösen Buben“, die Greenwashing-Masken herunterreißen, mit denen sie ihre Profitgier tarnen und die Menschen dieser Welt zu täuschen und zu manipulieren versuchen.

Beide, Werner Boote und Kathrin Hartmann, spielen sich im Film die Bälle zu. Werner spielt den umweltbewussten, aber dennoch auch gutgläubigen Verbraucher, der mit seiner umgänglichen Art den Greenwashing-Konzernen und ihren Produkten so manches durchgehen lässt. Kathrin spielt die aufgeklärte und kritische Journalistin, die sich kein X vor ein U vormachen lässt und mit ihrer unbequemen Art so manchen „Bösen Buben-Konzernen“ auf die Nerven geht. Während sich ihm mit seiner unbedarften und gemütlichen Art die Türen öffnen, gehen sie bei ihr mit ihrer kompromisslosen Art sehr schnell zu. Dass sie dabei auch vor ihrem Filmpartner Werner Boote keinen Halt macht, sieht man sehr gut beim gemeinsamen Einkauf im Supermarkt oder bei der Fahrt mit dem scheinbar so umweltbewussten Tesla.

Wenn es nicht so tragisch wäre, könnte man es fast für skurril halten: Die „bösen Buben“ der „Bösen Buben-Konzerne“ auf den großen Bühnen der Mächtigen in ihren selbstinszenierten Ego-Shows der Aktionärsversammlungen, in Eco-Award-Preisverleihungen, die ihren Konzernen verliehen werden, in den weltweit wichtigsten Öko- und Nachhaltigsmessen, in denen sie mit ihrer „grünen Weste“ und Unschuldsblicken versichern, wie ökologisch und nachhaltig ihr Konzern operiert, während einige Tage später ihr Konzern die nächsten 6.000 ha Regenwald abfackelt, um dort die nächsten Palmöl-Plantagen zu errichten.

Und obwohl die „grüne Lüge“ so klar für jeden sichtbar ist, wird sie vor laufender Kamera von den „bösen Buben“ und ihren Konzernen bestritten. Kein „ja, wir haben gelogen, es tut uns leid“ oder „Entschuldigung, wir werden unsere Fehler wieder gut machen“, sondern ein Leugnen bis zum letzten Atemzug oder sollte man besser sagen: „Bis zum Untergang“? Denn, wer sich hier sein Grab schaufelt, macht dieser Film bewusst: Es sind nicht die einzelnen Menschen dieser Welt, sondern es sind die „Grünen Lügen-Konzerne“. Und die, die ihr Grab schaufeln sind mutige Menschen wie Werner Boote und Kathrin Hartmann, aber auch viele andere wie Raj Patel, Naom Chomsky, Sonia Bone de Sousa Silva Santos Guajajara, Dean Blanchard oder Scott A. Porter.

Ein zeitkritischer Film, der nachdenklich macht, jedoch auch Hoffnung auf eine neue Welt gibt, in der nicht mehr die „bösen Buben“ die Macht inne haben, sondern „ehrliche, wahrhaftige und altruistische Buben“, denen wir unser Vertrauen schenken können.

 

Produktionsfirma:
e & a film GmbH
Proschkogasse 1/12
A-1060 Wien
Produzent: Markus Pauser von e & a film
www.eafilm.at

Kinostart:
Weltpremiere 18.2.2018 Berlinale
Kinostart Österreich: 9.3.2018
Kinostart Deutschland: 22.03.2018

Kinoverleih Österreich:
Filmladen
Mariahilfer Str. 587
A-1070 Wien

Kinoverleih Deutschland:
Little Dream Entertainment GmbH
Eimsbütteler Str. 63
D-22769 Hamburg

Pressekontakt Deutschland:
Andrea Hailer
E-Mail:marketing@soulkino.de